Als ich vor einigen Monaten die ersten Gerüchte zum Vivo X300 Ultra las, war ich ehrlich gesagt noch nicht besonders gehypt. Das X300 Pro konnte bereits auf ganzer Linie überzeugen – insbesondere Display, Performance und Akkulaufzeit zählten schon damals zur Spitzenklasse. Umso interessanter war die Frage, ob das Ultra hier noch einen merkbaren Unterschied machen kann.
Auf dem Papier bietet das Vivo X300 Ultra gegenüber dem Pro ein minimal größeres 144-Hz-Display mit höherer Auflösung, einen deutlich größeren Akku, eine verbesserte Ultraweitwinkel-Kamera sowie schnelleres 100-Watt-Laden – und damit womöglich das beste Smartphone-Gesamtpaket auf dem Markt. Dem gegenüber steht allerdings eine UVP von 1.999 Euro.
Inhaltsverzeichnis
Technische Daten des Vivo X300 Ultra
| Abmessungen | 163 x 76,8 x 8,2/8,5 Millimeter |
| Gewicht | 232 bzw. 237 Gramm |
| Farben | Schwarz, Grün |
| Display | 6,82 Zoll – AMOLED – 3.168 x 1.440 Pixel – LTPO 144 Hz |
| Software | OriginOS 6, Android 16 |
| Prozessor & Speicher | Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 16 GB RAM + 1 TB ROM |
| Akku | 6.400 mAh 100 Watt Fast-Charging 40 Watt Wireless-Charging Reverse-Wireless-Charging |
| Kamera | 200 Megapixel Hauptkamera – f/1.9 – 1/1.12 Zoll 50 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera – f/2.0 – 1/1.28 Zoll 200 Megapixel Telekamera – f/2.7- 3,7x optisch – 1/1.4 Zoll |
| Frontkamera | 50 Megapixel Frontkamera – f/2.5 |
| Preis | 1.999 Euro (UVP) |
Unboxing und Lieferumfang
Die Verpackung des Vivo X300 Ultra ist wie beim Vorgänger quadratisch, schmal und hochwertig gestaltet. Auf der Vorderseite stehen der Produktname sowie der Hinweis auf die ZEISS-Kooperation.
Im Lieferumfang enthalten sind das Smartphone, die üblichen Unterlagen, eine SIM-Nadel und ein USB-C-auf-USB-C-Kabel. Besonders gefällt mir, dass auch eine Schutzhülle in der Gerätefarbe dabei ist und das Display ab Werk mit einer Schutzfolie versehen ist. Ein Netzteil wäre bei einem Preis von 1.999 Euro eigentlich das Mindeste – dessen Fehlen fällt in dieser Preisklasse schon etwas unangenehm auf. Insgesamt ist der Lieferumfang aber dennoch ordentlich.
Design und Verarbeitung
Das Vivo X300 Ultra ist ein großes, schweres Smartphone – 163 × 76,8 mm, 8,2 mm dünn und 232 g schwer. Einhändige Bedienung ist in vielen Situationen kaum möglich, und durch den massiven Kamerabump im oberen Drittel wirkt es spürbar kopflastig. Wer kompakte Geräte bevorzugt, ist hier definitiv falsch.



Der Kamerabump ragt extrem weit aus dem Gehäuse heraus, weshalb das Smartphone auf einer flachen Oberfläche kaum gerade liegt. Das Design ist Geschmackssache, wirkt aber hochwertig und optisch gelungen. Die Rückseite besteht aus Kunststoff, fühlt sich jedoch deutlich hochwertiger an als bei vielen Konkurrenten – eine der besten Kunststoffrückseiten, die ich bisher in der Hand hatte. Der Rahmen aus mattem Aluminium rundet das hochwertige Gesamtbild ab. Farblich gibt es das Gerät in Schwarz und Grün; das von mir getestete Schwarz wirkt eher wie ein dezentes Grau – schlicht und schick.
Display
Das 6,82-Zoll-OLED-Display löst mit 3.168 × 1.440 Pixeln auf und unterstützt 144 Hz – ein minimaler, aber spürbarer Unterschied zu herkömmlichen 120-Hz-Panels. Farben werden intensiv, aber natürlich wiedergegeben, Schwarz- und Kontrastwerte sind hervorragend und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung gab es zu keiner Zeit Probleme mit der Ablesbarkeit.

Software
Das Vivo X300 Ultra läuft mit OriginOS 6 auf Basis von Android 16. Vivo verspricht 7 Jahre Sicherheitsupdates und 5 große Android-Versionen – ein starkes Update-Versprechen auf dem Niveau von Samsung, Apple und Google.
Im Alltag überzeugt die Software vor allem durch ihre Flüssigkeit: Animationen laufen durchgehend geschmeidig, Ruckler sucht man vergeblich. Optisch und funktional gefällt mir OriginOS mittlerweile sehr gut – übersichtlich, modern und ohne überladen zu wirken. Praktische Extras wie schwebende App-Fenster, individuell anpassbare Entsperr-Animationen oder ein „Dynamic Island“-ähnliches Feature runden das Gesamtbild positiv ab.
Performance
Statt dem MediaTek Dimensity 9500 wie im Pro-Modell kommt im Vivo X300 Ultra der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 zum Einsatz – gefertigt im 3-Nanometer-Verfahren und in Benchmarks auf Augenhöhe mit dem Dimensity 9500. Dazu gibt es 16 GB RAM und 1 TB internen Speicher.
Die Performance ist schlicht überragend. Apps starten und schließen blitzschnell, Ruckler oder Verzögerungen hatte ich während des gesamten Testzeitraums keinen einzigen. Auch die Wärmeentwicklung ist gut – deutlich besser als beim Xiaomi 17 Ultra.
Akku
Der 6.600-mAh-Akku lässt sich kabelgebunden mit bis zu 100 Watt laden, kabellos mit bis zu 40 Watt. Im Vergleich zum Pro-Modell (5.440 mAh / 90 W) hält das Ultra spürbar länger durch. Ich komme problemlos zwei volle Tage, teilweise sogar drei. Bei einer Screen-On-Time von 3,5 bis 4,5 Stunden hatte ich am Tagesende meist noch 70 bis 76 Prozent Akku – überragende Werte, die selbst das Xiaomi 17 Ultra und das HONOR Magic 8 Pro nicht ganz erreichen.
Kamera
Auf der Rückseite befindet sich eine Triple-Kamera in Kooperation mit ZEISS:
- 200 MP Hauptkamera – 1/1,12 Zoll – f/1,85 – 35 mm
- 50 MP Ultraweitwinkel – 1/1,28 Zoll – f/2,0 – 14 mm
- 200 MP Zoomkamera – 1/1,4 Zoll – f/2,67 – 85 mm

Die Hauptkamera liefert im ZEISS-Farbmodus sehr schöne Aufnahmen mit realistischer Farbwiedergabe, hervorragendem Dynamikumfang und enormer Schärfe – auch in dunklen Bereichen. Die 35-mm-Brennweite ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Eingewöhnungszeit möchte man sie aber nicht mehr missen. Bei Lowlight überzeugt die Kamera ebenfalls auf ganzer Linie, auch wenn Vivo hin und wieder etwas zu stark nachschärft.
Die Ultraweitwinkel-Kamera des Vivo X300 Ultra ist der größte Fortschritt gegenüber dem Pro-Modell. Der 1/1,28-Zoll-Sensor ist nicht nur deutlich größer als beim Vorgänger, sondern auch größer als bei der Konkurrenz. Das macht sich in der Praxis deutlich bemerkbar: höhere Schärfe, bessere Rauschunterdrückung und eine hervorragende Farbwiedergabe – auch bei Lowlight. Für mich die aktuell beste Ultraweitwinkel-Kamera auf dem Markt.
Die Zoomkamera bewegt sich auf dem Niveau des Pro-Modells, das bereits vollends überzeugen konnte. Die Bilder sind scharf und farblich weitgehend akkurat, allerdings fällt gelegentlich ein leichter Rotstich auf und die Rauschunterdrückung arbeitet manchmal etwas zu aggressiv. Bei Lowlight hingegen ist Vivo die unangefochtene Nummer 1.
Auch bei Porträts gehört das Vivo Smartphone zur Spitzenklasse: realistisches Bokeh, zuverlässige Randerkennung und natürliche Hauttöne. Videos lassen sich in 8K mit 30 fps oder 4K mit bis zu 120 fps aufnehmen. Die Selfie-Kamera liefert insgesamt überzeugende Ergebnisse mit natürlichen Hauttönen und ordentlicher Schärfe.
Einen ausführlichen Kameravergleich mit dem Xiaomi 17 Ultra gibt es in den nächsten Tagen – schau also gerne nochmal vorbei.
Sonstiges
Der In-Display-Fingerabdrucksensor ist hervorragend platziert, äußerst zuverlässig und entsperrt das Gerät bereits mit einem kurzen Antippen – für mich aktuell der beste auf dem Markt. Die Stereo-Lautsprecher werden sehr laut und klingen bis etwa 70 Prozent Lautstärke ausgesprochen gut.
Der Vibrationsmotor ist ebenfalls erstklassig – zusammen mit dem Xiaomi 17 Ultra der beste, den ich derzeit kenne. Zum Abschluss noch ein wichtiges Detail: Das Vivo X300 Ultra ist nach IP68/IP69 gegen Wasser und Staub geschützt.
Fazit
Wie gut ist das Vivo X300 Ultra? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es aktuell das beste Smartphone auf dem Markt ist. Bei einem Preis von 1.999 Euro darf man das zwar erwarten, dennoch ist es beeindruckend, ein Gerät nahezu ohne Schwächen zu sehen. Überragendes OLED-Display, blitzschnelle und butterweiche Performance, hervorragende Akkulaufzeit mit 100-Watt-Charging, eine starke Kamera und ein erstklassiger Fingerabdrucksensor – hier stimmt einfach alles.
Naja, fast. Die UVP von 1.999 Euro lässt sich auch durch das starke Gesamtpaket nur bedingt rechtfertigen. Eine günstigere Variante mit 512 GB hätte für die meisten Nutzer wohl völlig ausgereicht. Aktuell würde ich eher zum Vivo X300 Pro greifen oder abwarten, bis das Ultra bei etwa 1.500 bis 1.600 Euro landet.
Tech-Zentrum Gesamtbewertung: ⭐⭐⭐⭐🌟 (4,5 Sterne)
| Pro | Contra |
| ✅ Hochwertiges Gehäuse & dünne Displayränder | ❌ Extrem hohe UVP!!! |
| ✅ Überragendes Display | ❌ Kantiges, schweres und dickes Gehäuse |
| ✅ Lange Update-Versorgung & schöne Software | |
| ✅ Flotte Performance & viel Speicher | |
| ✅ Lange Akkulaufzeit | |
| ✅ Herausragende Kameras | |
| ✅ Hervorragender Fingerabdrucksensor |
Vivo X300 Ultra kaufen
Alternativen
| Vivo X300 Pro | Xiaomi 17 Ultra | HUAWEI Pura 80 Ultra |
| 161,2 x 75,5 x 8 mm | 162,9 × 77,6 × 8,3 mm | 163 x 76,1 x 8,3 mm |
| 6,78 Zoll – AMOLED – 2.800 x 1.260 Pixel – LTPO 120 Hz | 6,9 Zoll – AMOLED – 2.608 x 1.200 Pixel – LTPO 120 Hz | 6,8 Zoll – OLED – 120 Hertz – 2.848 x 1.276 Pixel |
| MediaTek Dimensity 9500 | Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 | Kirin 9020 |
| 5.440 mAh 90 Watt Fast-Charging | 6.000 mAh 90 Watt Fast-Charging | 5.170mAh 100 Watt Fast-Charging |
| 50 Megapixel Hauptkamera 50 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera 200 Megapixel Telekamera – 3,7x optisch 50 Megapixel Frontkamera | 50 Megapixel Hauptkamera – 1 Zoll – f/1.7 50 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera – f/2.2 200 Megapixel Telekamera – f/2.4-3.0 – 3,2-4,3x optisch | 50 Megapixel Hauptkamera – f/1.6-4.0 – 1 Zoll 40 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera – f/2.2 50 Megapixel Tele-Kamera – f/2.4-3.6 – 3,7-9,4x optisch |
| 1.180 Euro (Stand Mai 2026) * | 1.400 Euro (Stand Mai 2026) * | 1.250 Euro (Stand Mai 2026) * |
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